Der Tod und das Mädchen – das SPF Spanisch im Theater

Exkursion des Schwerpunktfaches Spanisch ins Theater Konstanz

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Autorin: María Widrig-Casado

Nach einem feinen spanischen Essen mit Tapas etc. im Restaurant Costa del Sol in Konstanz besuchte das Schwerpunktfach Spanisch am Freitag, 24.02.2017 die Theateraufführung «Der Tod und das Mädchen» (La muerte y la doncella) des chilenischen Schriftstellers und Menschenrechtsaktivisten Ariel Dorfman.

Das Stück handelt von der Begegnung eines früheren Folteropfers der chilenischen Diktatur mit dem Mann, von dem es gefoltert worden war.

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Dachau – den Toten zur Ehr, den Lebenden zur Mahnung

8.2.2006

Bericht von Sarah Schwedes, 4Ms

„Bitte Ruhe!“, ruft die Aufsicht, als ein paar Schülerinnen laut lachen. „Bitte Ruhe!“, ruft sie noch einmal, als sie es schon wieder tun.

Tatsächlich ist es an diesem Ort nie vollkommen ruhig. Andächtiges Raunen, geflüsterte Erklärungen und draussen auf dem Platz das Knirschen des Schnees. Der Schnee verleiht dem Gelände etwas beinahe Märchenhaftes. Trotz der grauen Wolken. Oder vielleicht gerade wegen dieser Wolken, die kein Lichtstrahl, so scheint es, zu durchdringen vermag.

Gleichzeitig sind es der Schnee und die Kälte, die diesen Ort noch trostloser wirken und uns im Entferntesten begreifen lassen, welche Qualen die hier Eingesperrten und Gefolterten erlitten haben. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, warum die Schule ihre 4M- und 2F-Klassen ausgerechnet im Winter zur Gedenkstätte nach Bayern schickt.

In Führungen, zwischen eineinhalb und zweieinhalb Stunden lang, erkunden wir Teile des Jourhauses, eine der beiden rekonstruierten Baracken, die zum Glück nie in Betrieb genommene Gaskammer und schlussendlich die Krematorien. Vielleicht ist erkunden das falsche Wort. Tatsächlich beobachten wir nur, erkunden wäre wohl auch unangebracht.

Nach der Führung wird gegessen, der Appetit ist scheinbar niemandem vergangen. Und nach der Mahlzeit wird noch ein Film gezeigt. Schwarzweissaufnahmen in einem Kino mit Holzsitzen. Bequem sind sie nicht, aber dies ist auch kein Ort, an dem man es sich bequem machen soll.

Nach dem Film darf man auch noch den Bunker und die darin enthaltenen Einzelzellen erkunden. Das machen nicht alle, viele sehen sich stattdessen die Ausstellung etwas genauer an.

Immer wieder wird leise die Frage geäussert, ob dieser Ausflug denn wirklich nötig gewesen sei. Diese Frage wird nach den Ferien nochmals im Unterricht besprochen. Und dort sind sich dann alle ziemlich einig: Ja, es ist nötig. Gerade heute. Und man muss darüber reden. Das ist unabdinglich. In Zeiten, in denen Redner scheinbar alles sagen können, dürfen Mahnmale kein Ort des Schweigens sein.

Skilager Valbella

Vom 23.-27. Januar 2017 besuchten 72 Schüler und Schülerinnen der 2M- und 1F-Klassen das KSR-Schneesportlager in Valbella.

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Bericht von Yavanna Leenders, 2Mz

Nach der Ankunft und einer Mahlzeit hiess es: ab auf die Pisten! Wunderbares Wetter und beinahe leere Pisten. Was will man mehr in einem Skilager? Leider haben diese Traumbedingungen nicht für alle angehalten. Anderthalb Stunden nach der ersten Fahrt endete das Lager aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs und einer leichten Hirnerschütterung leider bereits für einige. Wir wünschen den Betroffenen eine gute Genesung und hoffen, dass sie trotz der Verletzungen die Ferien geniessen konnten.

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Zum Glück blieb es bei diesen beiden Unfällen. Einige TeilnehmerInnen verliessen das Lager wegen Erkältung.

Am Mittwochmorgen stand ein Ski- und Snowboard Rennen auf dem Programm. „Müemo da mache?“ oder „Oh mann, i wött abo nöd“, hiess es am Anfang, am Ende waren aber mehr oder weniger alle zufrieden. Goldbären bekamen die Gewinner der jeweiligen Gruppen. Am Mittwochnachmittag gingen viele Schüler an das Rothorn zum Schlitteln oder ins Hallenbad.

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Am Donnerstag kamen einige Schüler und Schülerinnen in den Genuss von auszubildenden J+S Skileitern, da diese aufgrund einer Virus Epidemie im Nordthurgau keine Teilnehmer mehr hatten. Das Fazit des Tages mit de Leitern: „Voll cool gsi“.

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Auch allgemein war das Lager ein Erfolg. An diesem Punkt möchte ich  dem Lehrer- und Leiterteam und ganz speziell Frau Neuenschwander im Namen aller Teilnehmer herzlich für diese tolle Woche danken!

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Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht: Besuch am Bundesverwaltungsgericht

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Bericht von Jerome Kirchner, 4Mz

Am Donnerstag, den 26. Januar 2017 stand die Schwerpunktfachklasse Wirtschaft und Recht von P. Fink in St. Gallen vor dem 12-stöckigen Bundesverwaltungsgericht und wartete auf Einlass. Die Absicherung dieses nahezu Hochsicherheitstrakts schien nicht von schlechten Eltern zu sein und so durfte die Klasse, dank des ihr verliehenen VIP-Status‘, schliesslich trotzdem ohne gefilzt zu werden die Eingangshalle betreten.

Bereits in diesem einladenden und gut beleuchteten Raum wurde klar, dass bei diesem Bau keine Kosten gescheut wurden, was uns auch während der Führung zur Genüge klargemacht wurde. Doch man muss zugeben, dass es ein wahrhaft schöner und angenehmer Arbeitsplatz zu sein scheint. Doch herumtrödeln und die Qualität der Cafeteria mit der unserer Mensa zu vergleichen war keine Option. Wir wurden also vom Sicherheitschef des Gerichtes in Empfang genommen und zu einem der kleineren Gerichtssäle geführt, wo der Gerichtsschreiber bereits eine kleine Präsentation für uns vorbereitet hatte. Als schliesslich noch ein ehemaliger Schüler der Kantonsschule Romanshorn hereinstürmte, sich vorstellte, um dann den Raum genauso schnell wieder verlassen zu können, konnte der offizielle Besuch beginnen.

Die einleitende Präsentation informierte die Klasse anhand von einigen Fallbeispielen und Statistiken über die Aufgaben des Gerichtes. Mit rund 72 Richtern und 320 Mitarbeitenden ist das Bundesverwaltungsgericht eines der grössten, wenn nicht sogar das grösste eidgenössische Gericht. Die Aufgabe dieser Leute ist es Beschwerden zu beurteilen, welche ausschliesslich Bundesentscheide betreffen. Die angegriffene Partei ist also in jedem Fall der Bund. Das Gericht selbst befindet sich erst seit dem Sommer 2012 in St. Gallen, weil die provisorischen Räumlichkeiten in Bern für die rund 8000 Beschwerden pro Jahr zu wenig Platz boten.

Nach diesem Informativen Einstieg verliess uns der Gerichtsschreiber und der Sicherheitschef führte uns durch das Gebäude. Natürlich fiel es uns nicht leicht den bereits zu Beginn gezeigten Schlafparzellen zu widerstehen. Auch bei der geräumigen Raucher Lounge blieben einige sehnsüchtig stehen und schmiedeten bereits Zukunftspläne, um später einmal am Gericht arbeiten und von diesen Annehmlichkeiten profitieren zu können. Doch es blieb bei den Träumen und wir fuhren in den obersten Stock des Gebäudes. Die wundervolle Aussicht und die offenen Fensterfronten tauchten die Räumlichkeiten in ein angenehmes Licht und schufen somit einen absoluten Wunscharbeitsplatz. Jegliche Arten von Fotografie waren allerdings verboten, da man allenfalls vertrauliche Dokumente veröffentlichen könnte. Die Grausamkeiten, die dem unschuldigen Handy nach einer solchen Tat zugefügt werden würden, will ich jedoch hier in diesem nüchternen Text nicht nennen.

Von da an ging es nur noch nach unten. In Stockwerken natürlich!  Nächster Halt war die Bibliothek, in welcher es logischerweise von Gesetzestexten nur so wimmelte. Jede einzelne Fassung war in allen Landessprachen übersetzt vorhanden und bestand aus gefüllten 50 Bänden. Auch der Gang, welcher schliesslich in den grossen Gerichtssaal führte, schien jede mögliche Version eines einzelnen Buches zu enthalten.

Wir durchschritten also die Bücheretage und gelangten schliesslich in den Vorbereitungsraum der Richter, in welchem sie sich nochmals beraten können. Der Raum war eher spärlich eingerichtet und gerade mal mit einem Telefon und einem roten Knopf ausgerüstet. Doch dieser rote Knopf war nicht zu unterschätzen, da bei einem versehentlichen Druck ein Notruf an den Bund geht und die ganze Stadtpolizei St. Gallen aufgeboten wird ohne jegliche Möglichkeit dies aufzuhalten. Natürlich ist dieser Knopf nur für den Notfall, was uns auch zur Genüge unter die Nase gerieben wurde.

Aus dem Vorbereitungsraum führte eine Türe direkt in den abschliessenden Gerichtssaal, in welchem sich die geduldigen Kantonsschüler endlich mal austoben konnten. Nach Lust und Laune wurde mit den Mikrofonen und Stühlen herumgespielt und die Faszination Gericht voll ausgekostet. Was nach solch einem Nachmittag auch eindeutig nötig war.

Von eineiigen Zwillingen oder: Warum man über alles sprechen darf – Renato Kaiser an der KSR

Böse Zungen behaupten, Poetry Slam verhalte sich zur Literatur wie die Paralympics zu den Olympischen Spielen: Ein Sieg interessiere, so die Zürcher Slamerin Hazel Brugger, lediglich das eigene Ego und vielleicht noch die eigenen Eltern. Ein Wagnis also, dem Goldacher Spoken Word-Künstler Renato Kaiser die Eröffnung des Frühlingssemesters anzuvertrauen?

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Renato Kaiser liest an der KSR – von Manuel Conrad

Kaiser, seines Zeichens Poetry Slam-Schweizermeister des Jahres 2012 und durch seine satirischen Kommentare auf dem Newsportal watson mittlerweile einem breiteren Publikum bekannt, wagte sich denn auch gleich an die grossen Fragen der menschlichen Existenz: Ist Gott eine Frau? Und wenn ja: Weshalb ist ausgerechnet im Gebärvorgang keine Spur von intelligent design auszumachen? Darf man Kinder doof finden? Und wenn ja: Gilt das nur für die eigenen? Existieren in Zeiten, in denen jeder sein Privatleben bereitwillig auf unzähligen Social Media-Plattformen ausbreitet, noch Tabus? Und wenn ja: Weshalb soll man gerade über solche sprechen?

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Gewagte Themen, an welche sich Kaiser heranwagte. Ein Wagnis also, das Semester auf diese Art und Weise zu eröffnen? Mitnichten. Stilsicher kokettierte Kaiser mit der metaphorischen Gürtellinie und zeigte einmal mehr, dass man über alles sprechen kann. Man muss es nur wollen – und den Ton treffen.

Ein Prosit der Gemütlichkeit oder: Sofapoesie

Im Zuge der Umgestaltung der Sofaecke rief die Mediothek die Schülerschaft dazu auf, literarische Texte zu diesem geliebten und begehrten Gegenstand einzureichen. Der Kanti-Blog stellt heute zwei davon vor.

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Mein Leben als Sofa von Tanja Felix, 1Fb

Könnt ihr euch ein Leben vorstellen ohne essen, ohne schlafen, ohne überhaupt irgendetwas zu tun? Vielleicht denkt ihr, so ein Leben gibt es gar nicht, aber ich bin der lebende Beweis dafür. Mein Leben als Sofa. Vor ungefähr zehn Jahren stand ich erstmals in einem Möbelgeschäft. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch ganz neu und absolut ungebraucht. Ich stand also Tag und Nacht dort und wartete, bis ich endlich verkauft wurde.

Während ich also wartete, hatte ich genug Zeit zu träumen und mir vorzustellen, wer mich wohl nehmen würde. Ich stellte mir inständig vor, wie eines Tages eine hübsche junge Frau in den Laden kommt, mich sieht und mich sofort kauft. Denn eigentlich standen meine Chancen gar nicht so schlecht. Ich bestand aus zartrosa farbenem Leder und war allgemein sehr hochwertig gebaut. Allerdings schien mein Preis ein bisschen hoch zu sein, denn alle potenziellen Käufer begutachteten mich, liefen heran, sahen den Preis, schüttelten den Kopf und liefen wieder weiter.

Eines Tages aber schien ich endlich Glück zu haben und eine junge, elegante Frau kaufte mich. Ich wurde eingepackt und in einen grossen Transporter gebracht. Zuerst wusste ich gar nicht, was gerade mit mir passierte, bis ich dann plötzlich auf einer grossen Bühne stand.

Nach ein paar Tagen wurde mir dann klar, dass ich als Requisite in einem weltbekannten Theater dienen sollte. Irgendwie gefiel mir die Vorstellung. Ich mochte Theater sowieso schon immer. Ich mochte es, wenn sich Leute als eine andere Person vorstellten und in eine andere Rolle schlüpften. Ich mochte dieses Verstellen der Persönlichkeit.

Ich stand also mindestens einen Monat da und die Leute sangen, weinten oder lachten auf mir. Nachdem die Aufführungen vorbei waren, packten sie ihre Sachen. Inklusive mich.

Sie steckten mich wieder in einen Transporter mit anderen Möbeln und Requisiten. Wir fuhren stundenlang, bis der Wagen endlich anhielt und wir rausgebracht wurden.

Ich erkannte die Stadt sofort; New York. Auch dort wurden wir auf eine Bühne gestellt.

Und so ging es immer weiter. Von New York begaben wir uns nach Kalifornien, dann nach Mexiko, Rio de Janeiro und dann mit dem Schiff nach Europa.

Das ganze Jahr über wurde ich herumkutschiert. Ich liebte mein Leben, mein Leben als Sofa.

 

Sofapoesie von Lena Good, 1Mez

Ich bin ein Sofa. Ein Sofa im Hier und Jetzt. Egal, auf welchem Sofa du schon gesessen bist: Ein Sofa ist ein Sofa. Bin nicht mehr und nicht weniger. So zumindest denkst du. Ja, ich weiss, hab dich gerade dabei erwischt, wie du dir selbst zugestimmt hast. Das habe ich schon oft zu spüren bekommen, dass ich weniger Wert bin als das Handy, welches mit grenzenloser Sanftheit behandelt wird. Im Gegensatz zu mir, ich werde oft mir Rucksäcken beworfen, mit Getränken übergossen, die so lange an mir haften, bis sie jemand von mir wegwischt, Katzenkrallen hinterlassen aufgeschlitze Haut, eklige Kaugummis kleben an Stellen, an denen du nicht mal weisst, dass es diese gibt, aber jetzt ist mal Schluss, denn etwas Wichtiges musst du wissen.

 

Eins wird immer vergessen. Ich bin der Rückhalt von jedem von euch. Morgens, wenn du nichts sehnlicher vermisst als dein Bett, setzt du dich auf mich. Wenn ich nicht mehr da wäre, würdest du auf den kalten Boden fallen und dich fragen, wo ich bin. Aber wenn du auf mir sitzt und du dich gnadenlos in mich reindrückst, versuche ich dich einfach zu ignorieren. Funktioniert leider nicht immer und ich ignoriere dich aktiv, was mich dauernd Nerven kostet, wodurch ich immer älter wirke und schon abschreckende Falten bekomme. Anschliessend werde ich auf den Sofa-Friedhof gebracht, wo ich verrotte. Zerlegt vom Wind von Regen, Schnee und Kälte werde ich bedeckt im Wissen, dass niemand je an mich denkt. Ok, ich wollte dir keine Angst machen, aber du weisst schon, da würdest du auch so ungeliebt und herzlos landen, wenn du ich wärst. Langsam werde ich völlig poetisch, weisst du, das können Sofas durchaus sein. Wusste ich auch nicht davor, aber hab’s eben gerade das erste Mal versucht. Solltest du auch mal, erweitert den Horizont, denke ich auf jeden Fall oder wurde mir so gesagt.

 

Ich denke, das reicht für den Moment. Ich erlaube dir jetzt, dich auf mich zu setzen, nachdem du mir zugehört hast. Aber nur unter einer Bedingung: Vergiss nicht, was ich bin.